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Qualitative Kriterien

Für das Verständnis des Mittelstandes sind rein aus quantitativen Größen abgeleitete Berechnungsmethoden und Darstellungen zwar hilfreich, aber zusätzlich wird der Mittelstand nicht nur über eine Zahl, sondern auch über qualitative Kriterien definiert. Im Zentrum der Begriffsbestimmung steht die Person, die leitend, d.h. planend und kontrollierend im Unternehmen tätig ist und persönlich so eng mit dem Unternehmen verbunden ist, dass von einer Identität zwischen Unternehmer und Unternehmen gesprochen werden muss. In mittelständischen Unternehmen laufen die unternehmerischen Tätigkeiten: Leitung, Entscheidung, Kontrolle und Übernahme von Verantwortung in der Regel bei einer Person, dem Unternehmer zusammen.

Vielfach ist die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens gleichbedeutend mit der wirtschaftlichen Existenz des Eigentümers und seiner Familie. Im Mittelstand ist der direkte Einfluss des Unternehmers in allen Unternehmensbereichen spürbar. Er charakterisiert die Beziehung zwischen Leitung und Beschäftigten ebenso wie die zwischen Unternehmen und Umfeld und beeinflusst überdies die Art der Finanzierung und Wahl der Rechtsform.

Ein Vorteil der inhabergeführten Unternehmen liegt in der größeren Flexibilität, besseren Kundenorientierung, höherer Innovations- und Risikobereitschaft sowie nachhaltigeren Wirtschaftsaktivitäten. Ein weiteres Kennzeichen kleiner und mittlerer Unternehmen sind die flachen Hierarchien. Dadurch sind die Arbeitsbeziehungen eher persönlicher Natur.

Eine stringente Größengrenze nach oben oder unten ist auf dieser Grundlage nicht zu ziehen. Im Allgemeinen geht man zwar davon aus, dass ein mittelständisches Unternehmen in seiner kleinsten Form dort noch vorliegt, wo ein volltätiger Eigentümer die Unternehmensleitung innehat. Doch vernachlässigt diese Sichtweise die wachsende Schar der Nebenerwerbs- oder Teilzeitgründungen, unter denen auch immer welche dabei sind, die binnen kurzer Zeit zu echten Unternehmen heranwachsen. Nach oben liegt die grenze dort, wo der Inhaber nicht mehr allein in der Lage ist, das Unternehmen zu steuern. Insofern gehören Einpersonen Unternehmen ohne Beschäftigte ebenso zum Mittelstand wie ein Unternehmen mit vielen hundert Beschäftigten.

Mitunter haben qualitative Kriterien ein so starkes Gewicht, dass die rein quantitativen Aspekte zu kurz greifen. Dies kann dazu führen, dass selbst ein Unternehmen mit mehr als 500 beschäftigten oder 50 Mio. Umsatz seinem Wesen und Verhalten nach eigentlich noch mittelständisch ist. Allerdings werden durch die alleinige Berücksichtigung der quantitativen Kriterien Unternehmen als mittelständisch ausgewiesen, obwohl sie sich mehrheitlich im Besitz eines Großunternehmens befinden und daher als managementgeführte Unternehmen zu bezeichnen sind.


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