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Pressemitteilung

Herausforderungen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Detmold, 06. November 2012. Rund 90 Gäste informierten sich gestern bei einer Veranstaltung im Gildezentrum zum Thema Fach- und Führungskräftemangel. Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und die Offensive Mittelstand hatten zu diesem Abend eingeladen.

Prof. Dr. Volker Wittberg, Leiter des Instituts für den Mittelstand in Lippe der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), freute sich über das große Interesse an einem für den Mittelstand hochaktuellen Thema.

Der demographische Wandel wirft seine Schatten voraus. Die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter nimmt stetig ab, was dazu führt, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht mehr ohne Weiteres besetzt werden können. Von dieser Entwicklung ist über kurz oder lang jedes Unternehmen betroffen. Laut Statistischem Bundesamt wird die Bevölkerung in Lippe bis 2030 um 9,51% zurückgehen. Waren im Jahr 2010 noch 35401 Lipper über 74 Jahre alt, so sind es im Jahr 2030 schon 48073 (Datenquelle: Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen). Je früher also Maßnahmen zur Sicherung des qualifizierten Mitarbeiterpotentials ergriffen werden desto besser. „Bei uns lernen und profitieren die jungen Mitarbeiter von dem Know-how und der Erfahrung der älteren Kollegen. Auf dieses Wissen können und wollen wir nicht verzichten.“ meint Frank Kögel, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe KÖGEL.

Die Auswirkungen eines Fachkräftemangels können sein: Das Absinken der gesamtwirtschaftlichen Produktion, Standortgefährdungen durch Verzicht auf Investitionen, Wettbewerbsnachteile in globalisierten Märkten, Export von Kapital und Verlagerung von Produktionskapazitäten sowie Arbeitsverdichtung und Automatisierung. Als Konsequenz droht ein Verlust von Beschäftigungschancen auch für geringer Qualifizierte.

Was kann nun getan werden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen? Die Agentur für Arbeit Detmold sieht mehrere mögliche Ansatzpunkte: Durch den Ausbau der erweiterten Berufsorientierung und eine bessere Förderung/Unterstützung von Migranten-Familien soll die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss verringert werden. Ein Ausbau der Berufseinstiegsbegleitung sowie der verstärkte Einsatz ausbildungsbegleitender Hilfen (abH) sollen eine Reduzierung der Studien-/Ausbildungs-Abbrecher bewirken. Die Erwerbsbeteiligung Älterer soll mit Hilfe eines stärkeren betrieblichen Gesundheitsmanagements und einer vermehrten Weiterqualifizierung erhöht werden. Auch eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung/Arbeitszeit der Frauen trägt zu einer Reduzierung des Fachkräftemangels bei. Der Ausbau von Qualifizierung, die Erhöhung der Arbeitsmarkttransparenz sowie die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte sind weitere Möglichkeiten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Offensive Mittelstand, vertreten durch Prof. Dr. Oliver Kruse, stellte im Rahmen der Veranstaltung speziell zur Bewältigung des demografischen Wandels den neu entwickelten Check „Gute Personalführung“ für mittelständische Unternehmen zur Diskussion. Genauso wie der bereits bewährte INQA-Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“ lassen sich mit  Hilfe dieses Instruments Potenziale zur Verbesserung in Unternehmen aufspüren. Sowohl der bewährte als auch der neue Check fassen die Erfahrungen guter und erfolgreicher Unternehmen sowie die Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung zusammen. „Mit Hilfe dieser Checks können Unternehmer in kurzer Zeit eine Potentialanalyse ihres Unternehmens erhalten. Es ist wichtig, sich ständig zu hinterfragen und zu überlegen, wo man sich weiter verbessern kann. Nur so kann man im Wettbewerb bestehen und Fach- und Führungskräfte an sich binden.“ ist Prof. Dr. Patrick Lentz, Prodekan Wirtschaft an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), überzeugt.

(Foto: v. l. n. r. Prof. Dr. Oliver Kruse (Offensive Mittelstand), Prof. Dr. Patrick Lentz (Fachhochschule des Mittelstands (FHM)), Heinz Thiele (Agentur für Arbeit Detmold), Achim Sieker (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Frank Kögel (Unternehmensgruppe Kögel), Prof. Dr. Volker Wittberg (Fachhochschule des Mittelstands (FHM))

Die Veranstaltung bildete den Abschluss des Projekts „Verbesserung der Arbeits- und Organisationsgestaltung – Kompetenz durch Bildung und Beratung“. Dieses Projekt wurde im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) durchgeführt. Die Arbeiten an einem weiteren Projekt im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit mit der Kernzielgruppe der Steuerberater wurden bereits an der FHM begonnen.

Informationen zu der Veranstaltung und den Vorträgen können bei Sandra Fechner, Fachhochschule des Mittelstands (FHM), Tel. 0521/96655-295, fechner@fh-mittelstand.de angefordert werden.


© Offensive Mittelstand

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