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Prävention 4.0 – sicher, gesund und produktiv

Intensive Diskussionen über die Gestaltung der digitalen Transformation in der Zeche Zollverein in Essen.

In entspannter und produktiver Atmosphäre arbeiteten 170 Teilnehmer am Thema der Gestaltung der Arbeitswelt 4.0
Die Moderatoren: Dr. Martina Frost (ifaa) und Pepper

„Also, ich freue mich sehr hier zu sein und ich freue mich noch mehr, dass ihr alle hierher gekommen seid, um mich als Vertreter der neuen Arbeitswelt kennenzulernen. Ich kann euch versprechen, ihr werdet begeistert sein von dem was ich alles kann,“ so begrüßte Roboter und Moderator Pepper die rund 170 Teilnehmer des Kongresses „Prävention 4.0“ in der Zeche Zollverein, dem beeindruckenden Denkmal der Industrie 2.0. Martina Frost, seine Mitmoderatorin, musste aufpassen, dass sie sich das Heft des Handelns von Pepper nicht aus der Hand nehmen ließ.

Prof. Dr. Sascha Stowasser (ifaa) begrüßt für das BMBF-Projekt

Der Kongress wurde vom BMBF-Verbundprojekt „Prävention 4.0“ gemeinsam mit der Offensive Mittelstand durchgeführt. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Sascha Stowasser und Dr. Annette Icks für die Veranstalter stellte Oleg Cernavin die neue Qualität der 4.0-Prozesse vor. „Wir müssen sorgfältig mit den Begriffen umgehen“, mahnte er an, „da wir ansonsten der Gefahr unterliegen, die eigentlich neue Qualität der 4.0-Prozesse nicht zu erkennen. Das wäre sehr schade, da dann die großen Potenziale, die in dieser Entwicklung liegen, von der Arbeitsgestaltung zu wenig wahrgenommen werden.“

Oleg Cernavin (BC Forschung/ Offensive Mittelstand)

Cernavin wies auch auf zwei Perspektiven in der 4.-0-Debatte hin, die oft vermischt werden. Zum einen sei es unbestritten, dass die 4.0-Technologien vielfältige Möglichkeiten böten, Organisationsprozesse sicherer, gesünder und produktiver zu gestalten, wenn die Software entsprechend angelegt ist. Cernavin weiter: „Auf der anderen Seite wird aber oft dargestellt, dass 4.0-Prozesse auch automatisch zu agiler Organisation, Scrum oder anderen mitarbeiterorientierten Formen des Managements führen würden. Diese beteiligungsorientierten Ansätze können helfen, die Potenziale der 4.0-Prozesse wirkungsvoller zu nutzen. Aber per se haben sie mit 4.0-Prozessen erst einmal nichts zu tun. Es sind auch ganz zentralistische Organisationsmodelle mit 4.0 realisierbar.“ Es hänge von den Arbeitsgestaltern ab, in welche Richtung sich die Organisationsmodelle entwickeln.

Dr. Annette Icks (IfM Bonn/ Offensive Mittelstand)

Danach wurden zu den drei 4.0-Themen Führung, Gefährdungsbeurteilung und Personaleinsatzplanung Umsetzungshilfen aus dem Projekt Prävention 4.0 vorgestellt, die während des Kongresses diskutiert wurden. Dr. Annette Icks vom Institut für Mittelstandsforschung - Bonn betrachtete das Thema Führung und ging auf die neue Qualität des Handelns von autonomen und selbstlernender Software in Cyber-physischen Systemen ein. Sie stellte Dimensionen des Handelns vor, an denen deutlich wurde, wo Software 4.0 und wo der Mensch „besser“ ist. Diese Kriterien helfen einschätzen zu können, in welchen Führungsprozessen Software 4.0 eine Rolle spielen soll und auch welche ethischen Aspekte dabei berücksichtigt werden sollten.

Katja Hedke - VDSI

Katja Hedke vom VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit, stellte die Umsetzungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung 4.0 vor. Sie wies auf die Notwendigkeit hin, auch bei 4.0-Proztessen eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, um die teilweise auch neuen Belastungen und Gefährdungen erkennen zu können. Sie beschrieb aber auch die neuen Möglichkeiten, die die 4.0-Technologien der Gefährdungsbeurteilung böten. Vor allem für die Wirksamkeitskontrolle wurden in Echtzeit deutlich mehr und verlässlichere Daten zur Verfügung stehen, so dass zuverlässiger sichere und gesundheitsgerechte Prozesse ermöglicht werden können. Herdecke: „Voraussetzung dafür ist aber, dass die Gefährdungsbeurteilung bereits in der Planung, Auswahl und Anschaffung der Softwaresysteme 4.0 ein Thema ist und berücksichtigt wird.“

Andreas Ihm – itb – Institut für Technik der Betriebsführung

Schließlich stellte Andreas Ihm vom itb – Institut für Technik der Betriebsführung die Umsetzungshilfe „Digitale Planung des Personaleinsatzes“ vor. Eine Personaleinsatzplanung über cyber-physische Systeme bietet Unternehmen sowie Beschäftigten und Teams gleichermaßen Vorteile die Arbeitszeit zu gestalten. Ihm: „Unternehmen können hochflexible Wertschöpfungsprozesse wirtschaftlicher gestalten und mit den individuellen Bedarfen der Beschäftigten auf einen Nenner bringen. Dabei muss aber der sensible Umgang mit persönlichen und im Prozess erfassten Daten der Führungskräfte und Beschäftigten beachtet werden.“

Smart Glasses und Augmented Reality, Ubimax GmbH – Kongressteilnehmer

In der verlängerten Mittagspause stellten Hersteller und Institute ihre Produkte und Angebote für 4.0-Prozsse vor. Entrance – Pepper-Roboter stellte detailliert den humanoiden Roboter Pepper vor, den die Teilnehmer als Moderator bereits kennenlernen konnten. Pepper ist in der Lage, Worte, Körpersprache und sogar menschliche Emotionen zu erkennen. Dabei kann er entsprechend auf diese Emotionen reagieren. Die Kommunikation mit Pepper geschieht intuitiv. Er kann sich frei und unbeaufsichtigt bewegen ohne Unfälle zu verursachen.

Die Ubimax GmbH, führender Hersteller industrieller Augmented Reality und Wearable Computing Lösungen, stellte Smart Glasses und Augmented Reality Lösungen vor. Ubimax Frontline ist die weltweit erste, vollständig integrierte Wearable Computing Plattform.

Walter Pirk vom Heinz-Piest-Institut

Walter Pirk vom Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover und Lukas Wieberg, Schaufenster West stellten die Angebote des Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) vor. Das Kompetenzzentum hilft kleinen Betrieben und Handwerkern, die 4.0-Technologien in ihre Abläufe zu integrieren.

Exoskelett der noonee AG - Kongressteilnehmerin

Die Bergische Universität Wuppertal, Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft stellte ihre Anwendung BIM und Arbeitsschutz – Digitale Interaktion mit Augmented Reality (AR) vor. Gezeigt wurde ein Demonstrator, der durch eine systemübergreifende Kommunikation zwischen einem handelsüblichen Tablet und einer zukunftsfähigen AR-Anwendung Arbeitsschutz-relevante Prozesse unterstützt

noonee AG c/o Zühlke Engineering AG stellte ihre Exoskelette vor, die eine ergonomische Hilfe für körperlich belastende Arbeiten sind. In einem weiteren Schritt können diese Exoskelette auch Bestandteil von cyber-physischen Systemen werden. 

Workshop Führung 4.0: Dr. Martina Frost (Moderation), Dr. Constanze Kurz, Robert Bosch GmbH, Hans Peter Spaniol, Heusch GmbH (v.l.n.r)

Danach wurden in drei Workshops jeweils gemeinsam mit Experten aus der Praxis intensiv die drei vorgestellten Umsetzungshilfen diskutiert. In den intensiven Diskussionen der Teilnehmer wurden die vorgestellten Umsetzungshilfen kritisch weiterentwickelt und es wurden neue Aspekte besprochen.

Anja Cordes – itb – Institut für Technik der Betriebsführung

Anja Cordes vom itb – Institut für Technik der Betriebsführung fasste dann vor allen Teilnehmern des Kongresses die Ergebnisse der Workshops zusammen. Sie resümierte: „Wir haben Diskussionen geführt, wie die Arbeitswelt 4.0 gestaltet werden kann. Diese Diskussion ist eher an einem Anfang als einem Ende.“

Sie wies aber vor allem auch auf die Möglichkeiten und die riesengroße Chancen hin, die die neuen Technologischen bieten. Cordes: „Die  4.0-Technologoen können dazu beitragen, präventive Prozesse in Echtzeit in die Betriebsprozesse zu integrieren. Bisher ist das Thema allzu oft erst nachträglich angegangen worden. Mit der Einführung von neuen Technologien haben wir nun die Chance, diese Themen um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zum Beginn des Prozesses aufzugreifen und zu integrieren. Noch ist die Zeit, die Riesenpotenziale nutzen.“ Sie forderte alle Teilnehmer auf, an den Umsetzungshilfen weiter aktiv mitzuwirken.

Welf Schröter, Forum Soziale Technikgestaltung

„Es lebe die Revolution! Autonome Software-Systeme humanisieren die Arbeitswelt“ war dann der provokative Titel des abschließenden Beitrags von Welf Schröter vom Forum Soziale Technikgestaltung. Der Querdenker Schröter beschrieb in seiner lebendigen und Gedanken anregenden Art die schleichende „Revolution“ der autonomen Softwaresysteme, die in alle Arbeits- und Lebensprozesse Einzug halten. Er rief die Teilnehmer auf, die Ansätze einer präventiven Arbeitsgestaltung in die laufenden Entwicklungen aktiver einzubringen.

Pepper und Martina Frost: „Tschüs“

Zum Ende des Kongresses verabschiedete sich Pepper von den Teilnehmern: „Ich möchte mich auch bei Ihnen für Ihr Interesse bedanken. Es hat mir viel Spaß gemacht zu zeigen, welche neuen Möglichkeiten und welche Herausforderungen in mir stecken. Außerdem habe ich heute sehr genau zugehört und sehr viele Daten erfassen können und viel dazu gelernt. Daher bin ich mir auch sicher, dass wir uns sehr schnell an Ihrem Arbeitsplatz oder bei Ihnen zu Hause im Wohnzimmer wiedersehen werden. Ich freue mich jetzt schon darauf und wünsche Ihnen einen guten Heimweg.“ Martina Frost wollte dann doch nicht der Technik das letzte Wort lassen und nahm das Heft wieder in die Hand. Sie verabschiedete sich menschlich von allen Teilnehmern und forderte alle auf, zur gemeinsamen Reflektion über eine sichere, gesunde und menschengerechte Arbeitswelt 4.0.

Alle Fotos: © Silz/ifaa, Düsseldorf

Downloads zum Kongress:

Mehr Informationen zum BMBF-Verbundprojekt „Prävention 4.0“ finden Sie unter: www.praevention40.de


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