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Kriterien für die Bildung und die Arbeit von regionalen Netzwerken der Offensive Mittelstand

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In der Fassung der AG Transfer vom 06. Juni 2016

Grundlagen

Die Arbeit der regionalen Netzwerke der Offensive Mittelstand zielt vor allem darauf in der Region,

  • Unternehmen zu erreichen und sie dabei zu unterstützen, den demografischen Wandel und die Digitalisierung (Mittelstand 4.0) als Chance zu nutzen,
  • den Unternehmen die nationalen Praxisstandards-Mittelstand als Hilfe zur Selbsthilfe bekannt zu machen,
  • die Vielfalt der Unterstützungs- und Beratungsangebote der intermediären Organisationen und von Beratern sichtbar zu machen,
  • die Kooperation dieser der intermediären Organisationen und Akteure in der Region zu fördern.

Grundlage der Arbeit der regionalen Netzwerke sind die Inhalte der Nationalen Praxisstandards-Mittelstand (wie INQA-Unternehmenscheck), die Grundprinzipien der Offensive Mittelstand, diese Kriterien sowie die gemeinnützigen Zwecke der Stiftung „Mittelstand“.

Die regionalen Netzwerke der Offensive Mittelstand arbeiten wie alle Partner ehrenamtlich und im Sinne der Stiftung Mittelstand gemeinnützig.

Die regionalen Netzwerke verpflichten sich zu hoher Qualität ihrer Arbeit (siehe im Anhang: „Qualitätskriterien für regionale Netzwerke der Offensive Mittelstand“).

Die folgenden Kriterien sollen den regionalen Netzwerken einen möglichst großen Handlungsspielraum ermöglichen. Gleichzeitig bilden sie einen verbindlichen Rahmen für die gemeinsame Arbeit in den Netzwerken und für die Zusammenarbeit der Netzwerke untereinander. Sie konkretisieren und erläutern die Punkte „Offensive-Mittelstands-Netzwerke“ der Grundprinzipien der „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“.

 

Rahmenbedingungen

  • Ein neues Netzwerk stellt zur Anerkennung als regionales Netzwerk der Offensive Mittelstand einen Antrag beim Leitungskreis. Dabei beschreibt das Netzwerk die Region in der es tätig sein will, die beteiligten Partner sowie die Ziele und die Vorgehensweise. Der Antrag wird auf der AG Transfer vorgestellt. Auf Vorschlag der AG Transfer und des Leitungskreises stellt sich das Netzwerk dem Plenum vor. Das Plenum stimmt über die Anerkennung ab.
  • Das Netzwerk

    • ist für alle Partner offen und erhebt keine obligatorischen Mitgliedsbeiträge. Fördermitgliedschaft im Sinne eines Sponsorings über einen freiwilligen Unterstützungsbeitrag ist möglich.
    • besteht aus mindestens drei intermediären Organisationen in der Region sowie aus anderen Akteuren, die den Mittelstand unterstützen.
    • benennt zwei Ansprechpartner (Netzwerkkoordination, Moderation), von denen eine Person einer intermediären Organisation angehört. Die Ansprechpartner berichten auf den Treffen des Netzwerkes über ihre Aktivitäten.
    • zielt immer darauf, die Gemeinsamkeit und die Kooperation der Partner in der direkten Unterstützung der kleinen und mittelständischen Unternehmen herzustellen und zu fördern.
    • sieht als zentrale Aufgabe, weitere öffentliche und private Organisationen und Verbände in der Region zu gewinnen und zu gemeinsamem Handeln in der Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen zu bewegen.
    • arbeitet im Konsens der Partner der Offensive Mittelstand insgesamt und der Partner im Netzwerk.

  • Das regionale Netzwerk wirbt nicht für gewerbliche Produkte/Leistungen.
  • Das regionale Netzwerk berichtet einmal jährlich über die eigenen Aktivitäten auf dem Plenum bzw. nimmt an dem entsprechenden Informationsverfahren teil, um damit zur Weiterentwicklung der Offensive Mittelstand beizutragen.
  • Das regionale Netzwerk achtet darauf, dass möglichst alle regionalen Partner auch Partner der Offensive Mittelstand werden (es sei denn es handelt sich um regionale Einrichtungen von großen Organisationen, die auf nationaler Ebene bereits Partner sind).
  • Das regionale Netzwerk informiert seine Partner über die Aktivitäten der Offensive Mittelstand (Ergebnisse des Plenums und der AG Transfer).
  • Das regionale Netzwerk ist bestrebt in der Region, Mittel für die Stiftung „Mittelstand“ einzuwerben. Vor dem Hintergrund der Finanzierungsmöglichkeiten über die Stiftung Mittelstand ist vom Aufbau konkurrierender Strukturen zur Finanzierung der Netzwerkarbeit abzusehen.
  • Alle Netzwerke sind bereit, mit anderen regionalen Netzwerken und Fachgruppen der Offensive Mittelstand und anderen Netzwerken der Initiative Neue Qualität der Arbeit (auf Grundlage der „Kriterien für die Zusammenarbeit regionaler Netzwerke von INQA-Netzwerken“) zusammenzuarbeiten.
  • Es kann in jeder Region nur ein regionales Netzwerk der Offensive Mittelstand geben. Die Netzwerke sollten möglichst nach dem Prinzip aufgebaut werden: Je kleiner die Region, desto direkter die Ansprache und die Möglichkeit zur Aktivierung. Im Konsens und in Abstimmung können innerhalb einer größeren Region auch kleinere regionale Netzwerke gebildet werden.
  • Die regionalen Netzwerke koordinieren ihre Arbeit untereinander und mit den Partnern der Offensive Mittelstand in der dafür eingerichteten AG Transfer.
  • In keinem Fall darf es zur Konkurrenz der Netzwerke untereinander kommen, da es der Offensive Mittelstand immer um die gemeinsame Unterstützung der mittelständischen Unternehmen durch Kooperation und Konsens aller Partner geht. Kommt es im Konfliktfall zu keiner Einigung, wird der Leitungskreis der Offensive Mittelstand zur Klärung hinzugezogen und entscheidet.
  • Auflösungen oder Änderungen der Aufteilung der Region eines Netzwerkes werden in der AG Transfer bekanntgegeben, um somit anderen Partner die Möglichkeit zu geben, deren Aufgaben zu übernehmen. Das Plenum wird über die Auflösung oder die Änderung informiert.
  • Es ist möglich, dass das Plenum der Offensive Mittelstand auf Vorschlag des Leitungskreises, einem Netzwerk der Offensive Mittelstand die Berechtigung entzieht, sich Offensive Mittelstands-Netzwerk zu nennen. Dies geschieht dann, wenn ein Netzwerk die „Grundprinzipien der Offensive Mittelstand“ und/oder diese „Kriterien für die Bildung und die Arbeit von regionalen Netzwerken der Offensive Mittelstand“ nicht einhält.
  • Netzwerke in der Region, die nicht als Offensive Mittelstands-Netzwerke agieren wollen, können Partner der Offensive Mittelstand werden und das Partnerlogo führen. Sollten in dem Tätigkeitsbereich dieser Netzwerke Offensive Mittelstands-Netzwerke existieren arbeiten diese mit den Partnernetzwerken zusammen.

 

Handlungsrahmen für ein Regionales Netzwerk der Offensive Mittelstand

Ein Regionales Netzwerk der Offensive Mittelstand:

  • handelt und beschließt in eigener Verantwortung unter Berücksichtigung der oben beschriebenen grundlegenden Rahmenbedingungen.
  • tagt mindestens zweimal im Jahr.
  • wird von der Offensive Mittelstand im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt (zum Beispiel zur Verfügung Stellung der Medien der Offensive Mittelstand, Vermittlung von regionalen Vertretern der nationalen Partner, Synergien zu anderen Netzwerken, einvernehmliche Nennung der Partner der Regionalen Netzwerke auf der Partnerliste der Offensive Mittelstand).
  • Die Netzwerke stimmen ihre Aktivitäten untereinander ab, falls es zu Überschneidungen kommen sollte. Die Netzwerke handeln im Konsens und unterstützen sich gegenseitig. Übergeordnetes Ziel ist es grundsätzlich, das die Ziele der Offensive Mittelstand abgestimmt und gemeinsam umgesetzt werden.
  • Entstehende Fragen und Probleme klären die Netzwerke untereinander. Kommt es zu keiner Einigung wird der Leitungskreis der Offensive-Mittelstand zur Klärung hinzugezogen und entscheidet. Der Leitungskreis wird dies dem Plenum mitteilen.

Intermediäre Organisation

Unter intermediärer Organisation verstehen wir halbstaatliche, gemeinnützige und politische Einrichtungen und Gruppen, die zwischen den verfassungsmäßigen Organen der Willensbildung und verschiedenen Teilgruppen der Bevölkerung Informationen, Entscheidungsalternativen und Orientierungen vermitteln. (nach: Fuchs-Heinritz, W. (1994): Institution, intermediär, in: Fuchs-Heinritz, W.: Lexikon zur Soziologie, S. 302).

Zu den halbstaatliche oder gemeinnützigen Organisationen zählen z.B.

  • verwaltungsrechtliche Körperschaften öffentlichen Rechts, insbesondere die Kammern und Innungen, im weiteren Sinne aber auch Unterorganisationen staatlicher und kommunaler Organisationen, die etwa als GmbH einer von einer Kommune organisierten Wirtschaftsförderungsgesellschaften, die Servicegesellschaft einer Kammer oder die G.I.B. des Landes NRW.
  • Sozialversicherungsträger und ihre Unterorganisationen (z.B. Arbeitgeberservice der BA, Präventionsabteilungen der UV-Träger und DRV, Beratungsgesellschaften der Krankenkassen)
  • Weitere Institutionen wie Hochschulen oder gemeinnützige Organisationen, die Bildungs-, Forschungs- und Beratungsdienstleistungen für den Mittelstand anbieten (z.B. FHM,IFM, RKW, IZAG gGmbH, ATB Chemnitz gGmbH, BBE, Charta der Vielfalt, Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit, … ).

Politische Einrichtungen und Gruppen sind im weitesten Sinne Organisationen, die außerhalb des öffentlich-rechtlichen und gemeinnützigen Kontextes angesiedelt sind und die Interessen einzelner Personengruppen vertreten:

  • Verbände und angegliederte Organisationen (z.B. Unternehmerverbände, Fachverbände, FAW, Akademien, Stiftungen, ….)
  • Gewerkschaften und angegliederte Organisationen (z.B. Technologieberatungsstellen, DGB-Bildungswerk, ….).
Qualitätskriterien für regionale Netzwerke der Offensive Mittelstand
Mit diesen Qualitätskriterien können die regionalen Netzwerke der Offensive Mittelstand die Qualität ihrer Arbeit überprüfen.
Qualitätskriterium erfüllt Nicht erfüllt
Fachliche Anforderung
Neue Qualität der Zusammenarbeit in der Region: Das regionale Netzwerk führt möglichst viele Partner der Region zusammen, um die KMU in der Region wirkungsvoller gemeinsam zu unterstützen. Die neue Qualität der Zusammenarbeit zeigt sich auch in der Abstimmung der Beratungsarbeit der unterschiedlichen Beratungsfelder.
Neue Qualität der Praxisstandards-Mittelstand für KMU in der Region: Die Partner des regionalen Offensive Mittelstands-Netzwerkes nutzen die gemeinsam entwickelten Praxisstandards Mittelstand in der Region und wirken an der Entwicklung der Praxisstandards Mittelstand mit.
Neue Qualität der Beratung und der Angebote in der Region: Das regionale Netzwerk informiert KMU in der Region über die Praxisstandards Mittelstand sowie über die Unterstützungs- und Beratungsleistungen der Partner der Offensive Mittelstand. Das regionale Netzwerk organisiert eine koordinierte Unterstützung und Beratung für KMU, mit den gemeinsamen Praxisstandards Mittelstand in der Region.
Das regionale Netzwerk besteht aus mindestens drei intermediären Organisationen.
Alle Partner des regionalen Netzwerkes sind auch Partner der Offensive Mittelstand (es sei denn es handelt sich um regionale Einrichtungen intermediärer Organisationen, die auf nationaler Ebene bereits Partner sind).
Als Ansprechpartner ist mindestens ein Vertreter einer intermediären Organisation benannt.
Ein regionales Netzwerk ist ein Netzwerk, in dem jeder Partner werden kann, der sich den grundlegenden Zielen der Offensive Mittelstand verpflichtet. Es gibt keinen obligatorischen Mitgliedsbeitrag oder andere Einstiegshürden.
Das regionale Netzwerk arbeitet auf Grundlage der Grundprinzipien der Offensive Mittelstand und der Kriterien für regionale Netzwerke. Alle Partner kennen diesen Rahmen.
Das regionale Netzwerk schafft ein Klima der Zusammenarbeit, das auf gegenseitiger Wertschätzung und auf Fairness sowie auf der Rücksicht gegenüber den Interessen aller Partner basiert. Dazu gehören auch Interessen von Partnern des nationalen Netzwerkes, die in der Region noch nicht mitarbeiten.
Alle Aktivitäten des regionalen Netzwerkes basieren auf dem Konsensprinzip mit einer offenen Diskurskultur.
Das regionale Netzwerk informiert die eigenen Netzwerkpartner kontinuierlich über die Aktivitäten der Offensive Mittelstand.
Ein Vertreter des regionalen Netzwerks nimmt an den Plenumssitzungen und möglichst oft an der AG Transfer teil, um sich mit den anderen regionalen Netzwerken und den Partnern der Offensive Mittelstand abzustimmen.
Das regionale Netzwerk berichtet über die eigenen Aktivitäten auf dem Plenum bzw. nimmt an dem entsprechenden Informationsverfahren teil.
Das regionale Netzwerk arbeitet ehrenamtlich sowie nicht kommerziell und hilft mit, die gemeinnützigen Zwecke der Stiftung „Mittelstand“ umzusetzen.

© Offensive Mittelstand

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